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Über $500.000
Jährliche Kosteneinsparungen
Über 80%
Reduzierung der PTW-Zeit
Über 99%
Reduzierung der Zustellungszeit von EHS-Warnungen
Die Liuzhou Iron & Steel Group (Liuzhou Steel), einer der 50 größten Stahlproduzenten weltweit, operiert in einem Maßstab, in dem jede Sekunde und jedes Gramm Material zählt. Mit über 30 Werken, 25.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 1,4 Billionen PKR ist das Streben nach operativer Exzellenz nicht nur ein Ziel, sondern überlebenswichtig. In der anspruchsvollen Welt der Stahlproduktion, in der Sicherheit und Effizienz oberste Priorität haben, begab sich Liuzhou Steel auf den Weg der digitalen Transformation, um seine Lean-Management-Prinzipien in die Praxis umzusetzen. Dies ist die Geschichte, wie das Unternehmen von papierbasierten Prozessen zu einem datengesteuerten, mobilen Betrieb überging, seine Mitarbeiter stärkte und deutliche Verbesserungen in puncto Sicherheit, Compliance und Effizienz erzielte.

Die Herausforderung: Der papierbasierte Flaschenhals in einer digitalen Welt
Trotz modernster Maschinen und enormer Größe basierte die operative Abwicklung bei Liuzhou Steel – etwa bei Arbeitsgenehmigungen, Geräteinspektionen und der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften – weiterhin stark auf manueller Papierarbeit. Diese Abhängigkeit von physischen Dokumenten führte zu vier wesentlichen Engpässen, die die Erreichung der Ziele des schlanken Managements behinderten.
Die Blockade bei den Arbeitserlaubnissen (PTW)

In einem Stahlwerk gehören risikoreiche Tätigkeiten wie Schweißarbeiten, Arbeiten in beengten Räumen und temporäre Elektroarbeiten zum Alltag. Für jede dieser Aufgaben ist eine Arbeitserlaubnis (Permit to Work, PTW) erforderlich – ein wichtiges Sicherheitsdokument, das mehreren Genehmigungsstufen unterliegt. Das Verfahren war vollständig manuell. Ein Arbeiter, der eine Erlaubnis benötigte, musste ein Papierformular persönlich von einem Vorgesetzten zum nächsten bringen, um es unterschreiben zu lassen. Befand sich ein Vorgesetzter in einer Besprechung oder befand er sich am anderen Ende des riesigen Werks, kam der Prozess zum Erliegen. Die Genehmigung einer einzigen Erlaubnis konnte Stunden, manchmal sogar einen ganzen Tag dauern, wodurch Fachkräfte untätig blieben und wichtige Wartungsarbeiten verzögert wurden. Bei über 200 Erlaubnissen pro Monat entstand so ein enormer Papierberg – bis zu 7.000 Dokumente lagerten –, was erhebliche operative Herausforderungen für Audits und nachträgliche Überprüfungen mit sich brachte.
Die Geräteinspektionen: Fehlende Echtzeitüberprüfung

Allein im Kaltwalzwerk sind Tausende von Anlagen auf zehn Produktionslinien verteilt, weshalb regelmäßige Inspektionen unerlässlich für die vorbeugende Instandhaltung sind. Der bisherige papierbasierte Inspektionsprozess bot jedoch keine Echtzeit-Verifizierung. Techniker notierten Daten auf Klemmbrettern, was es den Managern erschwerte, Inspektionsrouten nachzuverfolgen oder den Anlagenstatus sofort zu überprüfen. Diese mangelnde Transparenz führte dazu, dass frühe Anzeichen von Verschleiß übersehen werden konnten, wodurch das Risiko unerwarteter Ausfälle stieg, die eine ganze Produktionslinie lahmlegen und massive finanzielle Verluste verursachen konnten.
Das EHS-Schwarze Loch: Verzögerte Reaktionen auf Gefahren

Die Einhaltung der Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften (EHS) ist unabdingbar. Obwohl das Werk über einen zentralen Kontrollraum zur Überwachung gefährlicher Gase und Feueralarme verfügte, erfolgte die Alarmweiterleitung manuell. Ein Mitarbeiter musste die Bildschirme überwachen und bei Alarmauslösung telefonisch den zuständigen Manager kontaktieren. Dieser manuelle Kommunikationsschritt barg potenzielle Verzögerungen in einem zeitkritischen Umfeld.
Die Datenlücke: Ein Reichtum an Informationen, gefangen auf Papier
Jedes Papierformular – jede Genehmigung, jede Inspektionscheckliste, jeder Reparaturauftrag – enthielt wertvolle Daten. Die Gewinnung von Erkenntnissen aus diesen physischen Dokumenten gestaltete sich jedoch schwierig. Daten aus Aktenschränken ließen sich nur schwer zusammenführen und schnell analysieren. Führungskräften fehlte der Echtzeit-Einblick in Wartungsrückstände, Inspektionsquoten oder wiederkehrende Sicherheitsprobleme, was es erschwerte, proaktive, datengestützte Entscheidungen zu treffen.
Die Lösung: Eine mobile Revolution im Lean-Management vor Ort

Liuzhou Steel setzte darauf, die Macht der Daten direkt den Mitarbeitern an vorderster Front zur Verfügung zu stellen. Mithilfe einer No-Code-Plattform entwickelten und implementierten sie schnell eine Reihe mobiler Anwendungen, die ihre wichtigsten Prozesse vor Ort digitalisierten. Anstelle eines von oben verordneten IT-Megaprojekts handelte es sich um eine von den Mitarbeitern selbst getragene Initiative, die sich auf die Lösung realer operativer Herausforderungen konzentrierte. Die Lösung basierte auf vier zentralen Lean-Szenarien.
Arbeitsgenehmigungen vor Ort (PTW): Von Stunden zu Minuten
Das papierbasierte Genehmigungsverfahren wurde durch eine benutzerfreundliche mobile App ersetzt. Mitarbeiter können nun Genehmigungen direkt über ihr Smartphone anfordern. Die Anfrage löst sofort einen Workflow aus und benachrichtigt nacheinander alle erforderlichen Genehmiger. Führungskräfte erhalten die Benachrichtigung auf ihren Mobilgeräten und können die Genehmigung von überall aus prüfen und digital signieren – egal ob in einer Besprechung oder in der Produktionshalle. Der gesamte Prozess, von der Anfrage bis zur Genehmigung, wurde von mehreren Stunden auf nur 30 Minuten verkürzt. Dadurch werden Leerlaufzeiten der Mitarbeiter vermieden, Wartungspläne beschleunigt und ein vollständig digitaler, nachvollziehbarer Nachweis für jede Genehmigung erstellt. So wird die Einhaltung der Norm 100% mit einer einfachen und eleganten Lösung sichergestellt.

Geräteinspektionen: QR-Codes für die 100%-Nachweisführung
Liuzhou Steel hat für jede einzelne Anlage einen individuellen QR-Code erstellt und diesen an der Maschine angebracht. Um eine Inspektion durchzuführen, muss ein Techniker nun den QR-Code an der Anlage mit seinem Mobilgerät scannen. Dadurch wird seine physische Anwesenheit an der Maschine nachgewiesen und das entsprechende digitale Inspektionsformular automatisch aufgerufen. Dies gewährleistet, dass jede Inspektion korrekt und am richtigen Ort durchgeführt wird.

Die Daten werden sofort auf ein zentrales Dashboard hochgeladen, sodass Manager in Echtzeit Einblick in den Zustand ihrer Geräte und den Status aller Inspektionsrouten erhalten.

EHS-Konformität: Automatisierte Warnmeldungen für sofortige Reaktion
Das manuell überwachte Alarmsystem wurde durch einen intelligenten, automatisierten Workflow ersetzt. Liuzhou Steel nutzte eine API, um seine IoT-Sensoren zur Erkennung gefährlicher Gase und Brände direkt mit seiner No-Code-Plattform zu verbinden.

Wenn ein Sensor nun eine Anomalie erkennt, wird nicht mehr nur ein Alarm in der Leitstelle ausgelöst. Er initiiert sofort einen Workflow, der eine detaillierte Warnmeldung – inklusive Ort, Zeit und Art der Gefahr – direkt an die Mobilgeräte der zuständigen Manager und Einsatzkräfte sendet. Dadurch wird die Informationsübermittlungszeit um 991 TP3T verkürzt, menschliche Verzögerungen werden eliminiert und sichergestellt, dass die richtigen Personen die richtigen Informationen sofort erhalten und so auf Bedrohungen reagieren können, bevor diese eskalieren.

Prozessabschluss und kontinuierliche Verbesserung: Der digitale Feedback-Loop
Durch die Digitalisierung dieser Kernprozesse schuf Liuzhou Steel ein leistungsstarkes, geschlossenes System zur kontinuierlichen Verbesserung. Entdeckt ein Techniker bei einer Inspektion einen Fehler, kann er direkt über dieselbe App einen digitalen Wartungsauftrag erstellen. Dieser Auftrag, inklusive Fotos und Videos des Problems, wird an das Wartungsteam gesendet, das die Reparatur plant und durchführt. Jeder Prozessschritt – von der Inspektion über die Fehlermeldung bis hin zur Wartung und der finalen Abnahme – wird in einem zentralen System erfasst. Diese Daten fließen in Echtzeit-Dashboards ein, sodass Manager wichtige Kennzahlen wie die mittlere Reparaturzeit (MTTR) überwachen, wiederkehrende Probleme identifizieren und datengestützte Entscheidungen zur Optimierung ihrer Wartungsstrategien treffen können. Die Daten, die früher auf Papier vorlagen, sind nun ein dynamisches Echtzeit-Asset, das den Lean-Management-Prozess vorantreibt.
Die Ergebnisse: Lean-Prinzipien in der Praxis, unterstützt durch Daten
Die Umstellung von Papier auf einen mobilen, datengesteuerten Ansatz führte zu unmittelbaren und tiefgreifenden Ergebnissen. Durch die Fokussierung auf die kritischen Aspekte der Arbeitssicherheit, des Umweltschutzes und der Instandhaltung vor Ort konnte Liuzhou Steel Lean-Prinzipien in konkrete Ergebnisse umsetzen und so Sicherheit, Agilität und Rentabilität verbessern.

Die Auswirkungen waren durchweg deutlich:
| Leistungskennzahl | Vorher: Papierbasiertes System | Nachher: Digitale und mobile Lösung |
|---|---|---|
| Arbeitszeiterlaubnis (PTW) | 2-3 Stunden (oder länger) | 30 Minuten |
| EHS-Warnungs-Zustellungszeit | Manuelle Telefonate (Minuten) | Sofort (Sekunden) |
| Prüfverantwortung | Manuelle Nachverfolgung (eingeschränkte Überprüfung) | 100% (QR-Code verifiziert) |
| Datensichtbarkeit | Tage/Wochen (manuelle Berichte) | Echtzeit-Dashboards |
| Personaleinsparungen | N / A | Einsparung einer Vollzeitstelle im Bereich EHS-Überwachung |
| Kosteneinsparungen | N / A | Jährliche Effizienzgewinne von ca. 1 Tsd. 40.000 USD |
Ein sichererer, regelkonformerer Arbeitsplatz
Das wichtigste Ergebnis war eine deutliche Verbesserung der Sicherheit und der Einhaltung der Vorschriften. Die Verkürzung der Bearbeitungszeit für Genehmigungen gemäß 80% bedeutete nicht nur eine Effizienzsteigerung, sondern auch, dass die Arbeiten stets unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsvorschriften durchgeführt wurden.
Durch die Reduzierung der Alarmzeit gemäß 99% konnten potenziell lebensbedrohliche Situationen nahezu umgehend behoben werden. Das QR-Code-basierte Inspektionssystem gewährleistete die korrekte Durchführung der vorbeugenden Wartung und verringerte so das Risiko schwerwiegender Anlagenausfälle. Indem Liuzhou Steel die Einhaltung der Vorschriften vereinfachte, schuf das Unternehmen ein sichereres Arbeitsumfeld für seine 25.000 Mitarbeiter.

Steigerung der betrieblichen Effizienz
Die Effizienzsteigerungen waren im gesamten Werk spürbar. Fachkräfte mussten nicht mehr stundenlang auf Dokumente warten, sondern konnten schneller mit der Arbeit beginnen. Die Instandhaltungsteams reagierten dank besserer Informationen rascher auf Probleme. Die Automatisierung des EHS-Überwachungssystems entlastete einen Vollzeitmitarbeiter, der sich nun wertschöpfenderen Aufgaben widmen konnte. Diese individuellen Effizienzgewinne, multipliziert mit Tausenden von Mitarbeitern und Hunderten von Prozessen, führten zu erheblichen Kosteneinsparungen und einem agileren, reaktionsschnelleren Betrieb.

Von reaktiv zu proaktiv: Die Macht von Echtzeitdaten
Das wohl einschneidendste Ergebnis war der Wandel von einer reaktiven zu einer proaktiven Managementkultur. Früher trafen Führungskräfte Entscheidungen auf Basis veralteter Berichte und ihres Bauchgefühls. Heute stehen ihnen Echtzeit-Dashboards zur Verfügung. Sie können Wartungsrückstände in Echtzeit verfolgen, Anlagen mit wiederkehrenden Problemen identifizieren und die Einhaltung von Inspektionsvorgaben im gesamten Werk überwachen. Diese Transparenz ermöglicht es ihnen, Trends zu erkennen, Probleme vorherzusehen und Ressourcen effizienter einzusetzen. Sie bekämpfen nicht länger nur Brände, sondern beugen ihnen vor. Dieser datenbasierte Ansatz ist die Essenz des modernen Lean Managements und hat Liuzhou Steel einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschafft.

Zukunftsaussichten: Die Entwicklung einer intelligenteren Stahlfabrik
Der Erfolg der ersten über 100 Anwendungen ist für Liuzhou Steel erst der Anfang. Das Unternehmen sieht im Citizen-Development-Modell den Schlüssel zur Ausweitung seiner digitalen Transformation auf alle 30 Werke. Ziel ist der Aufbau einer echten “intelligenten Fabrik”, in der Daten aus allen Bereichen des Betriebs – von Produktion und Instandhaltung bis hin zu Logistik und Finanzen – in einer einzigen, einheitlichen Plattform integriert werden.

Die nächste Phase konzentriert sich auf den Ausbau von Datenanalysen und Prognosefunktionen. Durch die Analyse der enormen Datenmengen, die aus Geräteinspektionen und Wartungsberichten gewonnen werden, plant Liuzhou Steel, von präventiver zu vorausschauender Instandhaltung überzugehen und potenzielle Geräteausfälle vorherzusagen, bevor sie auftreten. Das Unternehmen beabsichtigt außerdem, dieselben Prinzipien auf andere Geschäftsbereiche anzuwenden und mithilfe von Daten Lieferketten zu optimieren, die Energieeffizienz zu steigern und die Produktqualität zu verbessern.

Dieser praxisorientierte Ansatz hat nicht nur akute Probleme gelöst, sondern auch eine Kultur der digitalen Innovation im Unternehmen gefördert. Indem Liuzhou Steel seine Mitarbeiter befähigt, eigene Lösungen zu entwickeln, schafft das Unternehmen eine agilere, datenkompetentere Belegschaft, die für die Herausforderungen der Zukunft bestens gerüstet ist. Der Wandel von Papier zu Daten hat die Betriebsabläufe grundlegend verändert und den Grundstein für eine neue Ära schlanker, intelligenter und sicherer Stahlproduktion gelegt.
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